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Handschellen aus China

Chinesische Handschellen:

Chinesische Handschellen

Manchmal werden diese Fesseln (im Bild oben) als "Profihandschellen" verkauft. Auf der Verpackung steht angeblich: Bri Tri-Circle
Der Verriegelungs- und Öffnungsmechanismus ist trickreich! Der Schlüssel wird von unten in den zylindrischen Handschellenkörper gesteckt. Die dreieckige Aussparung im Schlüsselrohr greift in einen passenden Zapfen. Durch Drehung im Uhrzeigersinn wird die Schelle geöffnet, in die andere Richtung wird gesichert.
Dieser Mechanismus wurde dem Prinzip nach wie die Form von den us-amerikanischen H&R Handschellen übernommen. Allerdings wird es nicht einfach, unkooperativen Verhafteten die Fesseln entweder zu sichern oder wieder abzunehmen. Dieses Problem ist von den belgischen FN-Magnethandschellen bekannt.

Unten im Bild ist die kleinere Version zu sehen. Vermutlich werden auch in China (vgl. AHC JN-105) auch Leute mit kleineren Handgelenken verhaftet.

Chinesische Fußschellen:

Chinesische Fußfesseln

Diese Fußschellen kommen in einer praktischen Tasche mit den Fesseln, zwei Schlüsseln und einem Kreuzschraubendreher. Die Schlösser werden von einer abschraubbaren Staubkappe aus Metall verdeckt, dazu ist der Schraubendreher.
Da die Fesseln sehr schwer sind (es gibt sie auch in einer Version, bei der die Kette nochmals beschwert ist), haben sie ein gewisses Verletzungsrisiko. Zwar sind die Bügel rund, aber der Schließmechanismus und das Gelenk sind kantig. Letztere beiden kommen auf den Knöcheln zu liegen und können leicht einschneiden. Vermutlich sollen diese Fußeisen über Stiefeln getragen werden.

Alte Chinesische Daumenfessel:

China

Ältere chinesische Fesseln, die zeitlich vor den 1950er Jahren angesiedelt werden, bestehen überwiegend aus Messing. Es gibt ca. ein halbes Dutzend verschiedener Formen, die auch unterschiedlich komplex aufgebaut sind. Allerdings bleibt unklar, ob diese Messinghandschellen nicht nur für den touristischen Markt hergestellt werden.
Die Daumenfessel ist recht einfach gehalten. Es gibt keine Arretierung, der Schlüssel ist vermutlich nachgemacht.

Alte Chinesische Handschellen:

China

Auch diese Handschellen mit Kettenverbindung bestehen aus Messing. Die Konstruktion ist recht einfach, es gibt keine Arretierung. Die Schriftzeichen bedeuten "Polizei".

Alte Chinesische Gelenkhandschellen:

China

Dieses Gelenkmodell ist von der Konstruktion her ebenfalls recht einfach gehalten.

Antike Chinesische Handfesseln:

China

Ziemlich angerostet, aber ziemlich alt. Solche schweren und rigiden Fesseln sind schon lange nicht mehr modern. Verschlossen werden sie durch eine Niete, vermutlich wurden sie für längere Zeit angelegt. Mir ist kein Sammler bekannt, der ähnliche Fesseln hat und mehr darüber wissen könnte.

China

Nextorch HC 10:

Nextorch HC 10

Nach eigenen Angaben wurde Nextorch 2005 in China gegründet und gilt derzeit (2022) als größter Zulieferer von Taschenlampen für die chinesiche Polizei. Auch deutsche Polizeieinheiten werden mit Nextorch-Lampen ausgestattet. Da der Betrieb 142 Patente sein eigen nennt - darunter mindestens eines, das Handschellen betrifft -, dürfte er auch der (Weiter-) Entwickler viele seiner Produkte sein. Das bedeutet nicht unbedingt, dass Nextorch auch wirklich der Hersteller oder ursprügliche Erfinder ist, diese zumindest jedoch weiterentwickelt haben könnte und den Vertrieb übernommen hat. Baugleiche bzw. -ähnliche Handschellen wurden mindestens seit 2018 auch unter den Namen Brifield, Yoghourd oder Senken angeboten. Jedoch scheint mir die Verarbeitungsqualität besser als bei den Brifield, von denen ich ein Modell 2019 begutachten konnte und zu dem es auch ein Youtube-Video eines Sammlers gibt.

Zumindest in den Vereinigten Staaten werden oder wurden auch Modelle mit Standard-Schlüssel angeboten (HC 08 als Kettenmodell, HC 09 als Gelenkmodell). Die Modelle mit dem Drei-Bart-Schlüssel sind die hier gezeigten HC 10 und HC 11 (der Schlüssel ist kleiner als der der Bonowi, sie sind untereinander nicht kompatibel). Sie wurden von Nextorch um 2020/2021 auf den Markt gebracht.

Das Modelle sind aus "Flugzeugaluminium" hergestellt. Die HC 10 wiegt laut meiner Waage 228 g. Das ist gegenüber einem aus Stahl gefertigtem Modell, wie etwa der Smith & Wesson M-100 mit 285 g, keine große Ersparnis. Eine Smith & Wesson M-926 Airweight wiegt gerade mal 100 g. Trotzdem sind sie erheblich leichter als etwa die Bonowi Trilock mit ihren ca. 500 g.
Die Schellen fallen etwas größer aus als die üblichen Standard-Handschellen. Die beweglichen Bügel sind nach außen hin abgeflacht, was mit der Anlegetechnik zu tun hat und auch bei anderen Herstellern in ähnlicher Weise umgesetzt wurde, z.B. bei ASP. Hier wieder der Hinweis: Man "schlägt" Handschellen nicht um ein Handgelenk. Das sieht man in Filmen. Wird es trainiert, sieht es zwar so aus, wenn man es nicht weiß. Das ist eines der Details, welches die Profis von den Amateuren unterscheidet. Weiterhin verfügen die mir vorliegenden Modelle über eine "backload"-Funktion, indem die Bügel rückwärts einmal eingerastet werden. Dies weist auf die mögliche Anlegetechnik hin.
Arretierung und Schlüssellöcher sind von beiden Seiten zugänglich. Die Handschellen werden mittels der verlängerten Spitze des Schlüssel arretiert, indem diese einen Schieber im erkennbaren Schlitz ("slot pin", vgl. auch bei Smith & Wesson) bewegt (auch die Arretierung ist so eine Profi vs. Amateur-Sache). Die Zugänglichkeit von beiden Seiten her ist interessant ausgeführt; anders etwa wie bei der britischen TCH 822 oder den aktuellen Alcyon sind beide Seiten identisch. In Sammlersprech heißt das, die Schellen sind sowohl gespiegelt als auch nicht. Das findet man beispielsweise auch bei den Clejusos der 9er Serie oder den Bonowi Trilock.
Und mit den letztgenannten Modellen haben die Nextorch HC 10 und HC 11 noch etwas gemein, nämlich die drei Sperrklinken, die durch den zweifach geteilten Schlüsselbart bewegt werden. Ebenso sind die Schlüssellöcher beidseitig zugänglich. Dies sind mindestens zwei Anforderungen, welche in der "Technischen Richtlinie Handfessel, schließbar" der deutschen Polizeibehörden aufgeführt sind.

Nextorch HC 11:

Nextorch HC 11

Das ist das Gelenkmodell. Das "Gelenk" besteht aus zwei nicht verdrehbaren Ketten, das Prinzip ist von den 1981 erschienenen Peerless-Gelenk-Handschellen her bekannt. Das Modell wiegt 288 g.

Ich halte die Nextorch für ansprechende und durchaus gut konstruierte Handschellen von guter Qualität. Aufgrund des nicht mit anderen Modellen kompatiblen Schlüssels haben sie eine gewisse Grundsicherheit, da ein Standardschlüssel nicht passt. Allerdings dürften sie keine Einzellösung im Sinne einer Eigenbeschaffung darstellen, da bei einer Überstellung entweder der Schlüssel mitgegeben werden muss oder die Fesseln gewechselt werden müen. Es besteht auch ein erhebliches Aufsichtsproblem in Notfällen (vgl. Garantenstellung).




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